Druse beim Pferd erkennen - Symptome und was jetzt hilft

Pferd mit gelblichem Nasenausfluss, ein mögliches Symptom von Druse. Eine Hand hält ein blaues Seil.

Geschrieben von

Nathalie Frey

Veröffentlicht am

3. Nov. 2026

Inhaltsverzeichnis

Ein Pferd mit Fieber, Mattigkeit oder eitrigem Nasenausfluss sollte man nicht einfach als erkältet abtun. Druse ist hoch ansteckend und kann sich in einem Stall schnell ausbreiten. Ich zeige, welche Symptome typisch sind, wann sofort der Tierarzt kommen sollte und was bis zur Diagnose praktisch zu tun ist.

Die wichtigsten Anzeichen früh erkennen und richtig handeln

  • Fieber über 39 °C kann das erste deutliche Zeichen sein.
  • Eitriger Nasenausfluss tritt oft erst einige Tage später auf.
  • Geschwollene Lymphknoten unter dem Kiefer oder an der Ganasche sind besonders typisch.
  • Bei Atemnot, Schluckproblemen oder starker Teilnahmslosigkeit ist es ein Notfall.
  • Bis zur tierärztlichen Abklärung gehören Isolation und strenge Hygiene zu den wichtigsten Maßnahmen.

Pferd mit gelblichem Nasenausfluss, ein mögliches Symptom von Druse. Eine Hand hält ein blaues Seil.

Diese Symptome sprechen bei Pferden für Druse

Druse wird durch das Bakterium Streptococcus equi subsp. equi verursacht. Die Infektion betrifft vor allem die oberen Atemwege und die Lymphknoten im Kopf- und Halsbereich. Nicht jedes Pferd zeigt das vollständige Krankheitsbild, doch die Kombination aus Fieber, reduziertem Allgemeinzustand und späterem Nasenausfluss ist auffällig.

Symptom Typische Bedeutung
Fieber über 39 °C Oft eines der ersten Anzeichen, manchmal noch bevor Nasenausfluss sichtbar wird
Mattigkeit und Fressunlust Das Pferd wirkt lustlos, steht häufiger abseits und frisst schlechter
Eitriger Nasenausfluss Gelblicher oder grünlicher Ausfluss aus einem oder beiden Nüstern
Geschwollene Lymphknoten Schmerzhafte Verdickungen unter dem Kiefer oder im Bereich der Ganaschen
Schluck- oder Atemprobleme Hinweis auf starke Schwellungen oder einen komplizierten Verlauf

Am Anfang fällt oft nur eine erhöhte Temperatur auf. Das Pferd wirkt vielleicht etwas stiller als sonst, frisst schlechter oder lässt das Kraftfutter stehen. Erst nach einigen Tagen kann der typische eitrige Ausfluss hinzukommen. Genau deshalb ist regelmäßiges Fiebermessen im Bestand so hilfreich.

Die Lymphknoten können sich stark vergrößern und Abszesse bilden. Sie fühlen sich dann warm, druckempfindlich und deutlich verdickt an. Öffnet sich ein solcher Abszess nach außen, tritt Eiter aus. Bricht er nach innen auf, können zusätzliche Probleme entstehen, die man von außen nicht zuverlässig beurteilen kann.

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Weitere mögliche Anzeichen

Manche Pferde husten, zeigen eine angestrengte Atmung oder haben Schwierigkeiten beim Schlucken. Auch tränende Augen, eine gekrümmte Körperhaltung oder leichte kolikähnliche Anzeichen sind möglich, aber weniger typisch. Ich würde mich deshalb nie auf ein einzelnes Symptom verlassen, sondern immer den gesamten Verlauf und mögliche Kontakte zu anderen Pferden berücksichtigen.

Wie sich der Verlauf von den ersten Anzeichen bis zum Abszess entwickelt

Zwischen Ansteckung und ersten Krankheitszeichen liegen meistens 3 bis 14 Tage. In dieser Zeit kann das Pferd bereits Erreger weitergeben, obwohl es noch gesund wirkt. Das macht Druse im Stall besonders tückisch.

Typischerweise beginnt die Erkrankung mit Fieber, Müdigkeit und weniger Appetit. Danach entstehen Nasenausfluss und Schwellungen der Lymphknoten. Die sichtbaren Symptome halten oft etwa 5 bis 14 Tage an, der gesamte Genesungsprozess kann jedoch deutlich länger dauern.

Ein milder Verlauf bedeutet nicht automatisch, dass keine Ansteckungsgefahr besteht. Pferde mit einer gewissen Immunität können nur leicht erkranken oder kaum Symptome zeigen. Gleichzeitig können sie den Erreger weiterverbreiten. Auch symptomlose Ausscheider sind möglich, wenn sich Bakterien beispielsweise in den Luftsäcken halten.

Bei schweren Verläufen können stark vergrößerte Lymphknoten die oberen Atemwege einengen. Atemnot ist deshalb immer ein dringender Notfall. Ein Pferd, das nicht schlucken kann, Futter und Wasser vollständig verweigert oder apathisch wirkt, braucht unverzüglich tierärztliche Hilfe.

Was ich bei einem Verdacht sofort veranlassen würde

Bei Fieber, eitrigem Nasenausfluss oder auffälligen Lymphknoten würde ich das Pferd sofort von der Gruppe trennen und den Tierarzt anrufen. Bis zur Abklärung sollte es nicht auf die Weide, in die Reithalle oder in einen gemeinsamen Waschbereich gebracht werden. Den Tierarzt sollte man bereits am Telefon über den Druseverdacht informieren.

  1. Temperatur messen und Uhrzeit sowie Messwert notieren.
  2. Das betroffene Pferd möglichst in einem separaten Bereich unterbringen.
  3. Eigene Eimer, Futterbehälter, Halfter, Decken und Putzutensilien verwenden.
  4. Gesunde Pferde zuerst versorgen und das erkrankte Pferd zuletzt.
  5. Hände, Stiefel und verwendete Ausrüstung gründlich reinigen und desinfizieren.
  6. Stallbetreiber, Einsteller und gegebenenfalls den behandelnden Tierarzt über weitere Kontaktpferde informieren.

Ein häufiger Fehler ist, nur das sichtbar kranke Pferd zu beobachten. Besser ist es, bei allen Kontaktpferden mindestens zweimal täglich die Temperatur zu kontrollieren und auf Appetit, Verhalten sowie Nasenausfluss zu achten. Fieber kann den anderen Symptomen vorausgehen.

Medikamente aus der Hausapotheke oder übrig gebliebene Antibiotika sind keine gute Lösung. Fiebersenker können wichtige Symptome verdecken, und eine unpassende Antibiotikagabe kann den Verlauf und die spätere Diagnostik erschweren. Die Behandlung sollte deshalb immer tierärztlich geplant werden.

Wie die Diagnose gestellt wird und welche Behandlung möglich ist

Der Tierarzt beurteilt zunächst Allgemeinzustand, Temperatur, Lymphknoten und Atemwege. Für den Erregernachweis kommen je nach Krankheitsphase beispielsweise ein Abstrich, Material aus einem geöffneten Abszess oder eine Spülprobe aus dem Nasen-Rachen-Raum infrage. Im Labor wird häufig eine PCR-Untersuchung oder eine Bakterienkultur eingesetzt.

Ein einzelner negativer Test schließt Druse nicht immer sicher aus. Entscheidend sind der Zeitpunkt der Probe, die Entnahmestelle und der klinische Verlauf. Bei komplizierten Fällen kann eine Endoskopie der oberen Atemwege oder der Luftsäcke notwendig werden.

Die Behandlung richtet sich nach dem Zustand des Pferdes. Bei vielen unkomplizierten Verläufen steht die Unterstützung des Körpers im Mittelpunkt. Dazu gehören Ruhe, ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, Schmerzlinderung und die tierärztliche Begleitung der Abszessreifung. Abszesse dürfen nicht eigenmächtig aufgestochen werden, weil dabei Verletzungen und zusätzliche Verunreinigungen entstehen können.

Antibiotika sind nicht bei jedem Verlauf automatisch die beste Wahl. Sie können in bestimmten frühen oder schweren Situationen sinnvoll sein, müssen aber nach Untersuchung und unter tierärztlicher Kontrolle eingesetzt werden. Bei Atemnot, starkem Krankheitsgefühl oder Verdacht auf Beteiligung tieferer Strukturen ist die Behandlung besonders dringlich.

Wie lange muss das Pferd isoliert bleiben

Die Isolation endet nicht unbedingt mit dem Verschwinden von Fieber und Nasenausfluss. Ein Pferd kann äußerlich wieder gesund wirken und trotzdem noch Bakterien ausscheiden. In der Praxis werden deshalb häufig 6 bis 8 Wochen oder länger für die Absonderung eingeplant, abhängig vom Verlauf und den Ergebnissen der Kontrolluntersuchungen.

Vor der Rückkehr in die Gruppe sollte der Tierarzt entscheiden, ob weitere Proben nötig sind. Erst wenn das Pferd als Nichtausscheider eingestuft wurde und der Allgemeinzustand stabil ist, sollte die Integration erfolgen. Ein zu frühes Zusammenstellen kann einen scheinbar beendeten Ausbruch erneut aufflammen lassen.

Auch die Umgebung muss in den Plan einbezogen werden. Tränkeeimer, Futterkrippen, Pflegezeug, Stallgassen, Kleidung und Hände können den Erreger übertragen. Besonders sinnvoll ist ein klarer Arbeitsablauf mit gesund vor krank sowie einer festen Zuordnung von Utensilien zu einzelnen Pferden.

Die Überlebensdauer in der Umgebung hängt von Feuchtigkeit, Temperatur und Material ab. Gründliches Entfernen von Schmutz und organischem Material ist daher genauso wichtig wie ein geeignetes Desinfektionsmittel. Einfaches Besprühen einer verschmutzten Oberfläche reicht nicht aus.

Welche Komplikationen und Verwechslungen wichtig sind

Die klassische Druse heilt bei guter tierärztlicher Betreuung häufig ohne bleibende Schäden aus. Trotzdem sind Komplikationen möglich. Dazu gehören Abszesse an ungewöhnlichen Stellen, Entzündungen der Luftsäcke, Schluckstörungen, Atemwegsverengungen oder eine Ausbreitung der Infektion in andere Körperbereiche.

Auch andere Erkrankungen können Fieber und Nasenausfluss verursachen, zum Beispiel virale Atemwegsinfektionen, eine bakterielle Nebenhöhlenentzündung oder eine Entzündung der unteren Atemwege. Gelber Nasenausfluss allein beweist keine Druse. Die Kombination mit Fieber, Lymphknotenschwellung und einem möglichen Kontakt zu erkrankten Pferden macht den Verdacht jedoch deutlich stärker.

Ich halte es außerdem für wichtig, nicht nur junge Pferde im Blick zu behalten. Zwar erkranken sie häufiger schwer, doch Druse kann jedes Pferd treffen. Ein älteres Tier mit vorheriger Immunität zeigt möglicherweise weniger deutliche Symptome und kann dadurch unbemerkt zur Infektionsquelle werden.

Was nach dem Ausbruch im Stall dauerhaft hilft

Nach einem Ausbruch sollte der Stall die Abläufe überprüfen, statt einfach zur Tagesordnung überzugehen. Neue Pferde sollten möglichst kontrolliert und zunächst getrennt von der bestehenden Gruppe untergebracht werden. Besonders riskant sind unklare Kontakte, gemeinsame Transporte und Pferde, deren Gesundheitsstatus nicht nachvollziehbar ist.

  • Temperaturkontrollen bei neuen oder auffälligen Pferden durchführen.
  • Gemeinsame Tränken und Futterstellen regelmäßig reinigen.
  • Besucher, Tierärzte und Hufschmiede über die Stallhygiene informieren.
  • Pflegeutensilien eindeutig einem Pferd oder Bereich zuordnen.
  • Bei Krankheitszeichen keine Pferde zu Turnieren, Lehrgängen oder in andere Ställe bringen.

Eine Impfung kann in bestimmten Situationen Bestandteil eines betrieblichen Schutzkonzepts sein, ersetzt aber weder Quarantäne noch Hygiene. Ob sie für den einzelnen Bestand sinnvoll ist, sollte mit dem Tierarzt anhand des Infektionsrisikos und der aktuellen Situation besprochen werden.

Der wichtigste praktische Grundsatz bleibt einfach: Fieber früh erkennen, Kontakte sofort stoppen und fachlich abklären lassen. Wer bei den ersten unspezifischen Zeichen aufmerksam reagiert, schützt nicht nur das eigene Pferd, sondern oft den gesamten Bestand.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Oft beginnt Druse mit Fieber über 39 °C, Mattigkeit und weniger Appetit. Eitriger Nasenausfluss und schmerzhafte Schwellungen der Lymphknoten unter dem Kiefer oder an der Ganasche können erst einige Tage später hinzukommen.

Das Pferd sollte umgehend von der Gruppe getrennt und der Tierarzt über den Verdacht informiert werden. Bis zur Abklärung gehören eigene Eimer und Pflegeutensilien, gründliche Hand- und Stiefelreinigung sowie die Versorgung gesunder Pferde vor dem kranken Tier dazu.

Atemnot, Schluckprobleme, vollständige Futter- oder Wasserverweigerung und starke Teilnahmslosigkeit erfordern unverzüglich tierärztliche Hilfe. Stark vergrößerte Lymphknoten können die oberen Atemwege einengen oder auf Komplikationen hinweisen.

Die Isolation dauert häufig 6 bis 8 Wochen oder länger, weil ein Pferd auch nach dem Abklingen der sichtbaren Symptome noch Bakterien ausscheiden kann. Über die Rückkehr in die Gruppe sollte der Tierarzt erst nach stabilem Allgemeinzustand und erforderlichen Kontrolluntersuchungen entscheiden.

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Nathalie Frey

Nathalie Frey

Mein Name ist Nathalie Frey und ich bringe 8 Jahre Erfahrung in der Pferdehaltung, Gesundheit und Training mit. Schon in meiner Kindheit entwickelte ich eine tiefe Verbindung zu Pferden, die mich bis heute begleitet. Diese Leidenschaft hat mich dazu motiviert, mich intensiv mit den verschiedenen Aspekten der Pferdepflege und -ausbildung auseinanderzusetzen. Ich schreibe über Themen, die mir am Herzen liegen, wie die richtige Haltung, die Gesundheitsvorsorge und effektive Trainingsmethoden. In meinen Artikeln lege ich großen Wert darauf, komplexe Informationen verständlich und nachvollziehbar zu präsentieren. Ich recherchiere sorgfältig, vergleiche verschiedene Ansätze und halte mich über aktuelle Trends in der Pferdewelt auf dem Laufenden. Mein Ziel ist es, meinen Lesern nützliche, genaue und aktuelle Informationen zu bieten, die ihnen helfen, das Wohlbefinden ihrer Pferde zu fördern und ihre Kenntnisse zu erweitern.

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